Im Land der Lügen (Allgemeines)
Folglich hat das Screening das relative Risiko um ein Viertel, also von 4 auf 3 verringert.
Das ist beeindruckend viel, aber das absolute Risiko ist dagegen nur von 4 auf 3 Fälle von Tausend gesunken, also um 0,1%.
Ich bin sehr froh, dass ich mittlerweile mit den Unterschieden zwischen relativen und absoluten Werten der Risikoreduktion vertraut bin. Das hilft mir, den Nutzen von Medikamenten für mich besser einschätzen zu können.
Ich bin darauf gestoßen, als ich mich mit dem Nutzen von Osteoporosemedikamenten auseinandergesetzt habe. Da ist es ganz ähnlich. Der relative Nutzen von Osteoporosemedikamenten klingt beeindruckend, das Risiko von Knochenbrüchen wird um xx Prozent verringert (habe die genauen Zahlen nicht im Kopf). Beim Nutzen in absoluten Zahlen wirkt das Ganze weit weniger überzeugend. Wenn Personen über Jahre dieses Medikament einnehmen, werden Knochenbrüche m.E. nur unwesentlich reduziert im Vergleich mit einer Kontrollgruppe ohne Medikament. Das sind ähnliche Größenordnungen wie beim Mammographie-Screening, leider habe ich auch hier die genauen Zahlen gerade nicht präsent.
Wahrscheinlich ist hier im Forum bekannt, dass auch Prof. Dr. I. Mühlhäuser auf diesem Gebiet wichtige Aufklärungsarbeit geleistet hat und immer noch leistet.