Im Land der Lügen (Allgemeines)
Die Grenzwert-Diskussion
Es ist ganz einfach: Je niedriger der Grenzwert angesetzt wird, desto mehr Menschen sind krank und umso mehr Medikamente werden verordnet. Früher betrug der Blutzucker-Grenzwert 146mg%, dann 126mg% und jetzt 110 oder sogar nur noch 100mg%. Das bedeutet Millionen neue Zuckerkranke weltweit. Menschen werden in Angst und Schrecken versetzt.
Wie kommen die Gremien dazu?
Eigentlich läuft alles ganz normal: Ärztliche Fachleute lesen die wichtigsten Veröffentlichungen und ziehen daraus ihre Schlüsse. Natürlich werden sie dabei von Arzneimittelherstellern beraten. Was sollte dagegen einzuwenden sein? Schließlich kennen die sich ja aus: chemisch usw.
Die Werte wurden im Laufe der Jahre von 146mg%, auf 126% und schließlich auf 110mg% gesenkt. Jetzt werden 100mg% erwogen. Auch spricht man ab 100mg% vom Prädiabetes.
Es gibt eine internationale Gruppe, die heißt 'Integrity of Science'. Sie kümmert sich darum, ob die Kommissionen möglicherweise durch finanzielle Zuwendungen beeinflusst werden. Der Chef der ADA (American Diabetes Association) empfiehlt nicht nur diese niedrigen Grenzwert, sondern ist auch als Berater der Pharmaindustrie äußerst aktiv: Aventis, Eli Lilly, GlaxoSmithKline, Novartis, Bayer...
Wäre es nicht verrückt, werden Sie einwenden, wenn man solche wichtigen Entscheidungen ohne die Pharmaindustrie treffen würde? Das ist sicher richtig, aber wichtig ist dies: Die Ärzte, die Leitlinien aufstellen dürfen keine finanziellen Zuwendungen von Pharmafirmen bekommen, d.h. keine Beraterverträge, keine Honorare für Vorträge, keine Reisekostenübernahme für Kongresse und sie müssen ihr Essen und ihr Trinken selbst bezahlen.
Ich bin überzeugt, dass eine solche Forderung dem gesunden Menschenverstand entspricht! Denn, wer sich in Gefahr begibt, kann darin umkommen.
Zum 2. werden Sie einwenden: Ich glaube nicht, dass sich so anerkannte Kapazitäten 'bestechen' lassen! So ganz sicher bin ich mir nicht. Viele Ärzte sind stolz darauf, dass sie dem Prinzip huldigen: Als Arzt tue ich eigentlich nichts als Gutes, und wenn ich dafür auch noch etwas nebenbei verdiene, wen sollte das stören?
Mit dem Bluthochdruck ist es ähnlich. Als ich studiert habe, betrugen die Grenzwerte: 160/95mmHg, und man war sogar noch großzügiger und sagte, der obere Wert dürfe ab 60 Jahren 100+Lebensalter betragen. Damit wollte man dem klinischen Eindruck entsprechen, dass ältere Menschen ein starreres arterielles System und mehr arterioskerotische Einengungen haben.
Wer also einen Blutdruck von 179/90 hatte, hatte eine Hypertonie, und ebenfalls jemand mit einem Blutdruck von 150/100. Der höhere oder der niedrigere Wert mussten also überschritten werden.
Heutzutage ist es so: Als normaler Blutdruck gilt ein Blutdruck bis zu 129/84. Ein hoch-normaler Blutdruck ist 139/89 und die Hypertonie beginnt bei 140/90. Bei Diabetikern wird sogar ein systolischer Wert unter 130mmHg angestrebt.
2015 wurde die US-amerikanische SPRINT-Studie veröffentlicht. Sie empfiehlt sogar systolische Werte unter 120mmHg, zumindest bei bestimmten Patientengruppen Ich persönlich halte die Werte für zu niedrig.
W.W.