@Mimmi: Ich teile Ihre Ansichten nicht! (Allgemeines)

Mimmi, Freitag, 27.08.2021, 09:08 (vor 28 Tagen) @ Mimmi

..."Zu Themen, mit denen er sich nicht auskennt, bleibt der Autor die Informationen schuldig. Er phantasiert nach wie vor von „stummen Schüben“ – die es per definitionem gar nicht geben kann, denn ein Schub wird immer von „Symptomen und Ausfällen“ bestimmt. Was man selbst spürt, ist nicht „stumm“!

Tipps zur verträglichen Schubtherapie mit Normaldosen eines nebenwirkungsarmen Glukokortikoids bleibt er schuldig, stattdessen propagiert er wider besseres Wissen 25 Jahre nach der fragwürdigen Beck’schen Optikusneuritis(!)-(Fake-)„Studie“ immer noch die Schubtherapie mit ultrahoch dosiertem i.v, Methylprednisolon nach Beck, durch welche unzählige MS-Patienten schwere Dauerschäden an Augen und Knochen davongetragen haben.

Tipps zur symptomatischen Therapie findet man in diesem Buch so gut wie keine, obwohl der Alltag der meisten MS-Patienten von den MS-Symptomen beherrscht wird. Wer seit 14 Jahren tagtäglich an MS-Schmerzen leidet, ist dankbar für jeden Tipp. Der Autor scheint in den Siebzigerjahren stecken geblieben zu sein, wo man noch lernte, dass MS „nicht weh tue“. Er scheint weder von der TCA-Therapie, noch von (z.B.) Baclofen-Pumpen gehört zu haben.

Zu Hilfsmitteln schweigt er sich ebenfalls aus; kein Wort zu Rollatoren und Rollstühlen. Wer bereits hilfsmittelbedürftig ist, und Hilfe bei der Auswahl sucht (z.B. zu der wichtigen Frage „Luftbereifung oder Vollgummi am Rollstuhl?)“, kann dieses Buch vergessen.

Der Autor widmet diesem wichtigen Thema weniger Zeilen als seiner Zeit bei dem „Braunen Müslipapst“ Max Otto Bruker, der laut OLG Frankfurt zutreffend als „langjährige Scharnierstelle zwischen Naturkostbewegung und Neonaziszene“ bezeichnet werden darf (OLG Frankfurt, Az. 16U135/94,2/3O185/94). Bruker verklagte Jutta Ditfurth dafür – und unterlag.

Der Autor widmet seinem Ex-Chef über eine halbe Buchseite (S. 228), die mit dem Text davor und danach in keinem Zusammenhang steht und absolut verzichtbar gewesen wäre. Welcher Teufel hat ihn da geritten? Möchte er dem rechten Kopp-Verlag Konkurrenz machen?

Die längst konsensfähige histologische Subtypisierung der MSen scheint er nicht verstanden zu haben; dabei ist dies doch die einzige Möglichkeit, die unterschiedlichen Verläufe und das unterschiedliche Ansprechen auf Therapien zu erklären. "Verlaufsform“ und "Subtyp“ ist zweierlei, weiß er das nicht?

Und die PPMS ist keine „Verlaufsform“ der MS, sondern eine eigenständige Erkrankung mit z.B. anderer ethnischer Verteilung als die RRMS! Was seit mindestens zehn Jahren bekannt ist – außer dem Autor.
Schließlich: Da der Autor mit dem von ihm propagierten Therapie-Nihilismus zahlreichen leichtgläubigen und unkritischen LeserInnen großen Schaden zugefügt hat, wäre da nicht vielleicht mal eine Bitte um Entschuldigung fällig, ähnlich der, die die selbst an MS leidende Christine Wagener-Thiele veröffentlicht hat? Oder ist das zuviel verlangt von jemandem, der öfter mal die gemeinnützige Patientenorganisation „DMSG“ mit der medizinischen Fachgesellschaft „DGN“ verwechselt?
Fazit: Fast 25 Euro sind eine Fehlinvestition für eine kaum hilfreiche, veraltete Sammlung von trivialen, wenig informativen und gar nicht unterhaltsamen Kurzgeschichten, viele zudem mit frauenfeindlichem Unterton. Den stets aktuellen Stand der Forschung und die Meinungsvielfalt gibt es billiger online!
Und von des Autors Hofschranzen, die ihm auch hier beispringen und seine Kritiker beschimpfen, sollte man sich nicht verunsichern lassen, zumal sie die hier vorgebrachten Argumente, z.B. gegen ein Antihistamin als Magenschutz, in der Sache nicht widerlegen können."


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